Wenn die Leber Ihres haustieres erkrankt

Lebererkrankungen können auch vorgebeugt werden - Rezepte bei Lebererkrankung

Lebererkrankungen

Lebererkrankungen, Die Leber und ihre Funktion:

Die Leber erfüllt viele verschiedene, sehr komplexe Aufgaben des Stoffwechsels. Hierzu gehört Entgiftung des Körpers, Verarbeitung von Medikamenten und Sekretion von Galle. Weiterhin spielt sie eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung sowie für die Blutdruckregulation. Jede einzelne dieser Funktionen kann bei Lebererkrankungen gestört sein, häufig auch mehrere gleichzeitig. Störungen können sich akut oder aber schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln. Meist sind Mattigkeit, mangelnder oder fehlender Appetit, Schwäche, Gewichtsverlust, häufig auch Magen-Darm-Probleme, vermehrtes Trinken, Gelbsucht und ein dicker Bauch zu beobachten.

Die wichtigsten Probleme im Einzelnen:

  • Appetitverlust, Demenz, Wesensveränderungen, epileptiforme Anfälle bis hin zum Koma entstehen aufgrund des Unvermögens toxische Stoffe (z.B. Ammoniak) aus dem Blut zu verstoffwechseln, wodurch es zu Gehirnschäden kommen kann.
  • Schwäche, Gewichtsverlust und vermehrtes Trinken treten auf, da die Zuckerspeicher des Körpers entleert werden und das Auffüllen der Speicher durch Futterverweigerung unterbunden wird. Die Störung des Eiweißstoffwechsels führt zu Proteinverlust und damit zu Ödemen und evtl. Bauchwassersucht.
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt und generelle Erhöhung der Blutungsneigung sind schwere Komplikationen bei Lebererkrankungen.
  • Die Verarbeitung von Medikamenten insbesondere Narkotika ist verändert.
  • Gelbsucht tritt selten auf, vor allem beim Hund erst in einem sehr späten Stadium der Erkrankung.

Ursachen für Lebererkrankungen sind angeborene Organschäden, Entzündungen (Hepatitis), Verfettung, Zirrhose, Tumore, Nekrosen (Zugrundgehen von Leberzellen), Lipidose, sehr selten Infektionserkrankungen.

Diagnostik:

Die Diagnose -Leberinsuffizienz- wird über Harn- und vor allem Blutuntersuchungen gestellt. Für eine genauere Beschreibung bzw. den Versuch die Ursache zu finden sind meist Röntgenaufnahmen (Feststellung der Größe des Organs) und Ultraschalluntersuchungen (Beschreibung der Binnenstruktur) nötig, eventuell sind eine Leberbiopsie oder andere weiterführende Untersuchungen unumgänglich. Da hierfür auch bestimmte Risiken (Narkose, Blutungen) eingegangen und auch die Kosten bedacht werden müssen, sollten Sie dies in Ruhe mit uns besprechen.

Therapie:

Die Therapie einer akuten Lebererkrankung zielt darauf ab, den Patienten so lange am Leben zu erhalten bis sich die Leber wieder erholt (d.h. regeneriert) hat. Häufig müssen auch Antibiotika gegeben werden. In chronischen Fällen soll die Funktion in einem ausreichenden Maße aufrecht erhalten werden. Leider stehen uns hierzu nur wenige unterstützende Medikamente zur Verfügung.

Im Allgemeinen muß das Tier bei schwereren Erkrankungszuständen einige Tage stationär aufgenommen werden. Dann können Defizite in der Versorgung mit Flüssigkeit, Elektrolyten und Glucose durch Infusion ausgeglichen werden. In der Folgezeit muß die Leber möglichst funktionell entlastet werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Meist ist Ruhe nötig. Das Tier sollte zu Hause weiterbehandelt werden, wozu in nahezu allen Fällen auch eine Diät gehört.

Dieses Futter ist leicht beschränkt im Salz-, Fett- und Eiweißgehalt (ausschließlich sehr hochwertige Eiweiße), der Vitamin B-Anteil ist hoch bei ausreichendem Energiegehalt. Im Darm sollen möglichst wenig Ammoniak, Merkaptane, freie Fettsäuren und andere Toxine entstehen. Also werden Proteine auf ein Minimum reduziert, der Kalorienbedarf wird hauptsächlich durch Kohlenhydrate gedeckt. Sie können entweder selbst kochen oder aber, ist es einfacher und meistens auf Dauer auch besser, spezielles Futter über tierärztliche Praxen zu beziehen.

Ein Rezept zum Selberkochen geben wir Ihnen gerne. Das Problem hierbei ist die Ausgewogenheit. Es ist für ihr Tier günstiger, wenn sie eine kommerziell hergestellte Leberdiät füttern (zB. Hills k/d; Waltham: Canine low protein diet, Canine hepatic support), da hier vom Hersteller für die optimale Zusammensetzung gesorgt ist und Mangelerscheinungen dadurch vermieden werden. Falls ihr Tier das Futter nicht mag, kann man es aber durchaus mit Selbstgekochtem mischen, um die Akzeptanz zu verbessern.

Rezept bei Lebererkrankungen des Hundes

Protein- und phosphorarme Diät für Hunde

  • 115 g normales Rinderhackfleisch
  • 1 großes Ei hartgekocht
  • 350 g gekochter Reis ohne Salz
  • 3 Scheiben (75g) zerbröseltes Weißbrot
  • 1 TL (5g) Kalziumkarbonat

Ergänzend ein ausgewogenes Präparat das den Erhaltungsbedarf an allen Vitaminen und Spurenelementen deckt

Das Fleisch schmoren, alles andere untermischen, evtl. Wasser dazu geben, da etwas trocken. Ergibt 585 g.

Rezept bei Lebererkrankungen des Hundes

Purin- und extrem Proteinarme Diät für Hunde

  • 440 g gekochter Reis
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 großes Ei hartgekocht
  • 1/4 TL (1,25g) Kalziumkarbonat
  • 1/4 TL (1,25g) Kalziumchlorid

Ergänzend ein ausgewogenes Präparat das den Erhaltungsbedarf an allen Vitaminen und Spurenelementen deckt.

Reis kochen, 1/4 TL Salz zugeben, alles andere untermischen, evtl. Wasser dazu geben, da etwas trocken. Ergibt 585 g.